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Unsere Forderungen!

Das Thema Jugend & Internet beschäftigt uns bei der BJV nun vor allem in den letzten 2 Jahren verstärkt und wird angesichts seiner Bedeutung in der Gesellschaft sicher auch noch länger ein wichtiger Teil unserer Arbeit sein. Hier stellen wir euch vor, was unsere wichtigsten politischen Forderungen im Bereich Medienbildung, Partizipation und Hate Speech sind. 

Das gesamte Positionspapier Jugend & Internet findet ihr HIER.

Themenbereich Medienkompetenz / Medienbildung

  • Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule, die zu einem Einsatz von Medien nahe an der Lebensrealität junger Menschen befähigt, und insbesondere Informationen und Verständnis für Datenschutz, Urheberrecht und zivilem Umgang vermittelt. Das Ziel von Medienkompetenz muss sein, dass moderne Informationssysteme sowohl effizient verwendet als auch kritisch hinterfragt werden können.
  • Das Curriculum für den Informatikunterricht muss tiefgehender gestaltet werden. Abläufe der Datenverarbeitung und grundlegendes Wissen über die Funktionsweise des Internets sind wichtig, um die neuen Technologien besser zu verstehen (bspw. wie Netzwerke aufgebaut sind; eine Programmiersprache verstehen).
  • Die kreativen Fächer können ebenfalls wichtige Anschlusspunkte zur Vermittlung von Medienkompetenz bieten.
  • Externe AkteurInnen mit Medienkompetenz sollen auch in der formalen Bildung eingebunden werden, wenn Lehrkräfte hierbei Unterstützung benötigen (z.B. Chaos macht Schule[1] oder die Angebote von SaferInternet.at[2]).
  • Medienkompetenz muss als zentraler Bestandteil und verpflichtende Querschnittsmaterie der PädagogInnenausbildung vermittelt werden. Jede angehende Lehrperson sollte mit fundiertem Fachwissen sowie entsprechenden didaktischen Kompetenzen für die Vermittlung von Medienkompetenz ausgestattet sein und verpflichtende regelmäßige Weiterbildungen in diesem Bereich absolvieren.
  • In den Schulen müssen die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Dafür müssen finanzielle Mittel von Bund und Ländern bereitgestellt werden. Diese können ebenso durch „Bring Your Own Device“- Angebote[3] ergänzt werden, ohne SchülerInnen zu benachteiligen, die keinen Zugang zu solchen technischen Geräten haben.
  • Kooperationen mit der außerschulischen Jugendarbeit[4] sollen gefördert werden, um mehr Jugendlichen Zugang zu medienpädagogischen Angeboten zu ermöglichen.

[1] Siehe: http://ccc.de/schule

[2] Siehe: http://www.saferinternet.at

[3] Bei Bring Your Own Device (BYOD) werden die technischen Geräte der TeilnehmerInnen genutzt, ohne eigene Geräte zur Verfügung zu stellen.

[4] Wie z.B. umgesetzt vom WienXtra-Medienzentrum

Themenbereich Partizipation:

  • Alle Stakeholder der Internet Governance[1] müssen sich für offene und transparente Prozesse in den Debatten über die Zukunft des Internets einsetzen. Informationen müssen frei zugänglich sein und verständlich kommuniziert werden.
  • Die bereits existierenden Partizipationsmechanismen für junge Menschen müssen besser erklärt und beworben sowie der Einstieg erleichtert werden. Darüber hinaus sollten weitere, insbesondere niederschwellige, Angebote geschaffen werden. Individuelle Beteiligung gehört zur netzpolitischen Debatte und braucht ebenfalls ein Forum. Netzaktivismus und Hacktivismus[2] sind wichtige Formen des Meinungsausdrucks junger Menschen.
  • Nachhaltige Einbindung von Jugendlichen in die Multi-Stakeholder Prozesse der Internet Governance, z.B. beim UN Internet Governance Forum, dem European Dialogue on Internet Governance und dem Österreichischen Internet Governance Forum.
  • Die Qualität und Grenzen von e-Partizipation sollten eruiert werden[3], um weitere Partizipationskanäle und ein Heranrücken an die digitalen Lebenswelten zu gewährleisten. E-Partizipation sollte das Rad nicht neu erfinden, sondern bestehende Beiträge und Positionen im Netz zugänglich und greifbar machen.
  • Öffentliche Daten sollen transparent gemacht werden und als bürgernahe Informationen bereitgestellt werden sowie in Open-Source Lösungen zum Einsatz kommen.
  • Open Government in Österreich soll ausgebaut werden, ohne bestehende Angebote einzuschränken. Der kostenlose Zugang zu allen Daten muss dabei gewährleistet sein, insbesondere zu jenen, die von BürgerInnen selbst generiert werden. Das Internet kann dabei viele Servicebedürfnisse erfüllen, z.B. durch Internet-Sprechstunden.

[1] Internet Governance umfasst all jene politischen Diskurse, die sich mit den unterschiedlichen Formen der Regulierung und Rechtssetzung des Internets befassen. Beteiligte Stakeholder entstammen u.a. der staatlichen Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

[2] Hacktivismus bedeutet Aktivismus durch Hacken. „Hacken“ bedeutet aus ProgrammiererInnen-Sicht das Verändern eines ursprünglichen Quellcodes. Die Tätigkeit soll ausgehend davon nicht auf die destruktive Nutzung von Schadsoftware o.ä. reduziert, sondern als gesellschaftskritischer Akt und technische Hilfe für soziale Probleme verstanden werden.

[3] Anhand der Richtlinien der Arbeitsgruppe Partizipation

Themenbereich Diskriminierung im digitalen Raum / Hate Speech

  • Empathie stärken! Das Leid der Anderen kann online nur schwer wahrgenommen werden. Daher muss das Verständnis für den bzw. die Gegenüber durch zusätzliche schulische und außerschulische Bildungsangebote, und auch solchen für Eltern[1], geschaffen werden.
  • Zusätzliche Beratungsangebote mit qualifizierten Fachkräften müssen geschaffen und bestehende Maßnahmen, wie z.B. die bewährte Telefon-Hotline „Rat auf Draht“, ausgebaut werden.
  • Zivilcourage auch im Netz zeigen! Insbesondere marginalisierte Gruppen werden auch online schnell ausgegrenzt und insgesamt häufiger angegriffen. Daher gilt es ebenfalls online Zivilcourage zu zeigen und solidarisch zur Seite zu stehen, wenn eine solche Situation wahrgenommen wird. Insbesondere staatliche Stellen und Unternehmen müssen in Kooperation mit Nicht-Regierungsorganisationen in ihren jeweiligen Feldern verstärkt auf eine solche Sensibilisierung hinwirken und neue, effizientere Verfahren entwickeln, um Opfer von Diskriminierung zu schützen.
  • Die BJV fordert die Ernennung einer/s offiziellen Beauftragten der Bundesregierung, der/die sich der Bekämpfung von Hate Speech, Diskriminierung und Gewalt im Internet widmet.
  • Die BJV fordert eine zentrale, niederschwellige und ausreichend finanzierte Meldestelle für Hate Speech, Diskriminierung und Gewalt im Internet, die den bisherigen Wildwuchs an Zuständig- und Verantwortlichkeiten beendet. Die Meldestelle sollte alle Formen von Hate Speech systematisch erfassen. Vorhandene Meldestellen für spezifische Zielgruppen (wie z.B. Frauen) sollen beibehalten werden. Der enge Kontakt zu zivilgesellschaftlichen AkteurInnen, die sich bereits gegen Hate Speech und Diskriminierung engagieren, sollte ebenso zu ihren Zielen gehören wie die systematische Erforschung zu Ursachen und wirksamen Gegenstrategien.

[1] Siehe Positionspapier Sexualität, S. 15.

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