Ich mach mir #MeinNetz widdewidde wie es mir gefällt!
img_5511

Menschenrechtsbildung gegen Hate Speech

Harald Rechberger war einer der TeilnehmerInnen unseres Trainings „GET UP! STAND UP! Menschenrechtsbildung gegen Hate Speech“ Ende Oktober. Und setzte kurz danach gleich eine eigene Aktion zum Thema um „It’s always gonna be a GRAUBEREICH“. Für uns berichtet er über beides.

von Harald Rechberger

Es war ein grauer Herbsttag gewesen, an jenem 9.November, als wir in Wien, Graz und Linz mit unseren Flyern im Gepäck und unserer Idee im Kopf unsere Aktion zum „European Action against Antisemitic Hate Speech Online“ starteten. Eine dicke Wolkendecke kleidete das herbstfarbene Wien und überzog es mit jener Stimmung, die unsere Aktion adäquat ergänzte. Zu Beginn etwas unsicher waren wir schlussendlich gespannt und neugierig auf die Reaktionen, welche unser Beitrag auf den emsigen Straßen der Städte hervorrufen würde.

Zwei Wochen zuvor lud die Bundesjugendvertretung zum Training „GET UP! STAND UP! Menschenrechtsbildung gegen Hate Speech“ und viele Jugendliche und Interessierte aus ganz Österreich nahmen die Gelegenheit war, sich vom 28.10-01.11.2016 intensiv mit Menschenrechtsbildung auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern und MitarbeiterInnen des Youth Department des Europarats wurden dabei nicht nur Probleme und Lösungsansätze kontrovers diskutiert, sondern in Workshops auch ganz gezielt methodisch gearbeitet: Wie kann ich Themen der Menschenrechtsbildung in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einbetten bzw. eine kritische Diskussion im Schulalltag anregen? Wie kann ich Hate Speech entgegenwirken? Des Weiteren hatten wir gleich die Gelegenheit, für den European Action against Antisemitic Hate Speech Online (eine Initiative des No Hate Speech Movements, gefördert durch den Europarat), mögliche Kampagnen bzw. Aktionen zu planen.

„It’s always gonna be a GRAUBEREICH“: Da standen wir also, am Platz der Menschenrechte (Ecke Marahilferstraße/MQ) in Wien – gleichzeitig auch an öffentlichen Plätzen in Graz und Linz – unser Mund verhüllt mir einem grauen Tuch und hatten die Gelegenheit, unsere Idee auch zu verwirklichen. Bestärkt vom Wissen, dass Hate Speech im Internet ein Thema ist, dass man öffentlich ansprechen muss und es nicht als Randphänomen zu verharmlosen, dem nur gewisse Gruppen ausgeliefert sind und unterstützt von der BJV lag es an uns, die Menschen auch im realen Leben darauf aufmerksam zu machen: Dazu verteilten wir Flyer mit tatsächlichen Beispielen von Hate-Speech, die wir im Internet gefunden hatten, während auf der Rückseite diese doch sehr befremdlichen Kommentare mit dem Hinweis: Werde aktiv gegen Hass! erklärt wurden. Die grauen Schals sollten dabei als Hinweis dienen, dass es zwischen Hate Speech und freier Meinungsäußerung immer eine rechtliche Schwankungsbreite gibt, welche je nach Auslegung verschieden bewertet werden kann – einen sogenannten Graubereich.

Menschenrechtsbildung umfasst viele Bereiche und Problematiken, die insbesondere in Zeiten der sich selbst verstärkenden Globalisierungseffekte immer virulenter werden. Umso wichtiger ist es auch, sich damit auseinanderzusetzen und Entscheidungen, die in der Politik oder in der Wirtschaft getroffen werden, kritisch zu hinterfragen. Denn Menschenrechte gehen uns alle etwas an – und genau deshalb sollten wir alle gemeinsam auch immer wieder dafür kämpfen.

Trackback von deiner Website.