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Interview mit Verena Fabris

Verena Fabris ist Leiterin des österreichischen No Hate Speech Komittees. Wir haben sie zu ihrer Arbeit und der Thematik interviewt.

(c) Beratungsstelle Extremismus

(c) Beratungsstelle Extremismus

Warum wurde das No Hate Speech Komittee ins Leben gerufen? Was ist das No Hate Speech Komittee und was ist seine Aufgabe?

Der Europarat hat die Kampagne „No Hate Speech“ ins Leben gerufen, um gegen Hass und Diskriminierung im Internet vorzugehen. Die Initiative des Europarates hat es sich zum Ziel gesetzt, Hassreden im Internet zu bekämpfen und junge Menschen dabei zu unterstützen, sich online wie offline für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Das nationale No Hate Speech Komitee, das sich im Juni 2016 konstituiert hat, setzt sich dafür ein, die Ziele der No Hate Speech Kampagne in Österreich umzusetzen. Es will für das Thema Hassreden im Netz sensibilisieren sowie Ursachen und Kontexte thematisieren, um der Akzeptanz von Hassreden entgegen zu wirken und somit Rassismus, Sexismus und Diskriminierung im Netz zu bekämpfen. Es setzt sich aus VertreterInnen von Ministerien und NGOs zusammen.

Kannst du uns einige Beispiele für interessante Initiativen nennen, die es derzeit zum Thema in Österreich gibt?

In Österreich gibt es viele interessante Aktivitäten gegen Hassreden. Hier einige davon:

–          Video- und Foto-Wettbewerb des Ministeriums für Familien und Jugend: 10 Gewinner_innen wurden von einer Jury, die sich aus Mitgliedern des No Hate Speech Komitees zusammensetzte, gekürt. Mit den Gewinner_innen fand eine Diskussionsrunde mit BM Sophie Karmasin, Aleksandra Tulej,  BIBER-bloggerin, Fritz Jergitsch, Herausgeber „Die Tagespresse“ und Komitee-Mitgliedern statt. https://www.facebook.com/events/259032627795050/
 
–          Regierungsinitiative gegen Hasspostings plus die dazugehörige Online Kampagne

–          ZARA ist am EU-Projekt „Research – Report – Remove: Countering Cyber Hate Phenomena“ beteiligt.
 
–          Safer Internet hat einen Leitfaden zum Thema „Hasspostings“ veröffentlicht:

–          Das Lehrlingsparlament am 10. und 11. November im Parlament widmete sich dem Thema „Hate Speech“:

–          Der Bundesrat veröffentlichte ein Grünbuch zum Thema „Digitale Courage“ mit spannenden Beiträgen zu rechtlichen, ethischen und gesellschaftlichen Aspekten sowie Maßnahmen.

–          Und natürlich eure aktuelle Kampagne #MeinNetz !
 
Du bist ja auch Leiterin der Beratungsstelle Extremismus. Wie habt ihr da mit Hate Speech zu kämpfen? Hat sich da in den letzten 1,2 Jahren etwas verändert?

Gruppenbezogene menschenfeindliche Aussagen sind in unserem Beratungsalltag immer wieder Thema. Spürbar ist eine Polarisierung der Gesellschaft. Rechtsextreme Aussagen, antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus werden salonfähiger. Vor allem im Netz, aber auch offline in den Klassenzimmern und Jugendeinrichtungen, ist eine Zunahme und eine Verschärfung des Tons stark spürbar.

Was würdest du jungen Menschen raten, die von Hate Speech im Netz betroffen sind?

Ich würde ihnen in jedem Fall raten, sich zur Wehr zu setzen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die von einer Anzeige bei der Polizei über das Melden an die BetreiberInnen von Webseiten und Meldestellen reichen. Es gibt in Österreich Beratungseinrichtung wie ZARA, die dabei helfen. Wichtig ist es, Beweise zu sichern und durch Ausdrucke, Screenshots etc. zu dokumentieren. Eine schnelle Maßnahme ist das Blockieren oder Sperren der Personen, die Hasspostings verbreiten. FreundInnen im sozialen Netzwerk können auch unterstützen, indem sie ihre Solidarität mit den Betroffenen demonstrieren.

Tags:Hass im Netz, No Hate Speech Movement

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