Ich mach mir #MeinNetz widdewidde wie es mir gefällt!
img_4526

Das war das Youth IGF 2016!

Ganz im Zeichen des Starts der neuen BJV-Kampagne fand vergangenen Freitag, den 30. September, das Youth IGF 2016 zum Thema „#MeinNetz ohne Hass“ statt. Es ging um die Frage, wie mit Hassrede und Diskriminierung im Internet umgegangen werden kann. Einer der Teilnehmer berichtet für uns. 

Ein Bericht von Felix Schneider

Zum Youth IGF kamen Jugendliche und verschiedene ExpertInnen für einen ganzen Tag zusammen, um gemeinsam das Thema Hass im Netz zu diskutieren. Am Vormittag sprachen die ExpertInnen ausführlich über die gegenwärtige Situation und mögliche Lösungsvorschläge sowie Gegenstrategien für den Umgang mit Hass im Netz. Einige Tipps seien hier kurz erwähnt:

  • Hat man ein konkretes Ziel in Bezug auf das Hassposting, kann dies die effektive und schnelle Gegenreaktion um einiges erleichtern:
  • Melden: Online finden sich verschiedene Stellen, um Hate Speech im Netz zu melden, z.B. in einer Übersicht bei SOS Mitmensch. Plant man dies zu tun, sollte man unbedingt das entsprechende Posting, und den Kontext in dem es entstanden ist, mithilfe von Screenshots sichern. Posts können schließlich sehr schnell wieder gelöscht werden.
  • Anzeige erstatten: Die Annahme, eine Anzeige bei der Polizei habe grundsätzlich wenig Chance auf Erfolg, ist falsch: die österreichische Rechtslage ist im europäischen Vergleich durchaus streng, darüber hinaus wurde z.B. der Tatbestand der Verhetzung Anfang 2016 erheblich erweitert. Auch wenn Strafanzeigen in der Vergangenheit nicht immer zur Verurteilung führten, ist es dennoch wichtig diese zu stellen, um genauere Statistiken von der aktuellen Anzahl an Hasspostings und Hasspostern zu erhalten.
  • Löschung beantragen: Auf Facebook beispielsweise ist das mit einigen Klicks und leicht zugänglich gelöst.
  • Nachfragen: Kennt man den Urheber oder die Urheberin des Postings persönlich, so besteht auch die Option, nachzufragen und sich die betreffende Aussage nochmal erklären zu lassen und sachlich darüber zu diskutieren. Zwar ist es meist schwer bis unmöglich, die Person eines Besseren zu belehren, der Versuch einer sachlichen Auseinandersetzung bleibt dennoch eine mögliche Strategie um die Löschung eines Postings zu erreichen.
  • Widersprechen: Findet sich eine sachliche Gegenmeinung unter einem Hassposting, mindert das die enthemmende Wirkung des Hasspostings auf andere LeserInnen.

Obwohl das Problem von Hetze und Diskriminierung im Netz nicht neu ist, lässt sich zuletzt doch ein deutlicher Anstieg von dokumentierten Hass Postings erkennen. Die Hemmschwelle für Hate Speech sinkt, u.a. verstärkt durch Filterblasen bei Facebook und in anderen sozialen Netzwerken. Doch die Problematik ist nicht allein eine Schuld des Internet, sondern ein gesellschaftliches Problem – das Internet macht dieses nur breiter sichtbar.

Um Hassrede von Grund auf zu verhindern und zu bekämpfen, ist es daher wichtig, gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung zu fördern und frühzeitig Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. ZARA Training bietet beispielsweise entsprechende Workshops an Schulen an, aber auch die Polizei engagiert sich in der Prävention. Einen interessanten Input zu Sensibilisierungsarbeit in der Netz-Community gab es aus dem Projekt #gameoverhate, dass sich mit Diskriminierung in der Gaming Szene beschäftigte. Dabei konnten die TeilnehmerInnen auch selbst zwei Spiele ausprobieren, die sich mit Anti-Diskriminierung auseinandersetzen. 

Der Nachmittag galt dann  der weiteren Diskussion, sowie der Ausarbeitung von Forderungen der Jugend an die Politik. Um diese fertigzustellen, blieb allerdings zu wenig Zeit. Die Diskussion wird derzeit noch per Mail weitergeführt, die Ergebnisse folgen dann in Kürze hier auf diesem Blog!

Tags:BJV, Hass im Netz, YouthIGF

Trackback von deiner Website.