Ich mach mir #MeinNetz widdewidde wie es mir gefällt!
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#aufstehn gegen Hass im Netz

Die Initiative #aufstehn setzt sich seit 2016 für Fairness und Verantwortung in Politik und Gesellschaft in Form von zivilgesellschaftlichen Kampagnen – ob digital oder in-real-life – ein. #aufstehn Geschäftsführerin Maria Mayrhofer berichtet für uns, warum Hass im Netz ein Problem ist und wie #aufstehn versucht, dem entgegen zu wirken.

von Maria Mayrhofer
 
Spätestens seit der Bundespräsidentenwahl sollte uns allen bewusst sein, dass Hass im Netz ein tiefgreifendes Problem ist. Denn das Internet funktioniert wie ein Brandbeschleuniger für gesellschaftliche Konflikte: Das liegt zum einen daran, dass die Hemmschwelle im Internet geringer ist (ich traue mich eher, jemandem etwas an den Kopf zu werfen, wenn ich ihr oder ihm dabei nicht in die Augen schauen muss) und zum anderen an den Mechanismen von Plattformen wie Facebook, die es möglich machen, dass sich Hasspostings innerhalb kürzester Zeit verbreiten.
 
Der Hass, der sich im Internet entlädt, bleibt nicht im Netz. Ganz im Gegenteil: Er kommt wie ein Boomerang – nur tausendmal stärker – im echten Leben wieder an. Was im Internet passiert, bestimmt längst die mediale Berichterstattung, bestimmt worüber wir reden, setzt sich in der Gesellschaft fest und bedroht unser Miteinander.
 
Der Hass richtet sich gegen alle, die nicht in ein bestimmtes Weltbild passen – weil sie sich kritisch äußern, weil sie vielleicht nicht hier geboren sind, weil sie selbst entscheiden wollen, wen sie lieben, oder ganz oft schlichtweg einfach nur deshalb, weil sie Frauen sind. 70% aller im Internet aktiven Frauen haben schon einmal Hass erlebt. Es trifft die Politikerin genauso wie die Sportreporterin, die ein Fußballmatch kommentiert, die Schülerin oder die Nachbarin von nebenan. Meist ist es eine besondere Art von Hass, mit der diese Frauen konfrontiert sind: Die sexualisierte Gewalt. Frauen werden auf ihren Körper reduziert und bedroht – nicht zuletzt mit dem Ziel, dass sie sich schämen, sich alleine fühlen, sich zurückziehen und aufhören, öffentlich ihre Meinung zu sagen.
 
Nachdem vier bekannte Journalistinnen im Sommer ihr Schweigen gebrochen haben und in der Wochenzeitung Falter über den Hass berichteten, mit dem sie tagtäglich im Netz konfrontiert sind, haben wir von #aufstehn deshalb den sogenannten #solidaritystorm gestartet. Binnen weniger Stunden haben sich auf www.aufstehn.at fast 15.000 Menschen mit den Betroffenen von Hass und sexualisierter Gewalt solidarisch erklärt und ihnen mit persönlichen Botschaften den Rücken gestärkt. Das war ein wichtiges Signal: Wir als Zivilgesellschaft haben deutlich gemacht, dass wir diesen Hass nicht tolerieren. Dass wir uns nicht von denen, die am lautesten schreien, die Spielregeln diktieren lassen, wie wir im Netz und in weiterer Folge im echten Leben miteinander umgehen. Es liegt an uns, das Internet so zu gestalten, dass wir uns alle darin wohlfühlen können.
 
Mit #aufstehn wollen wir ganz bewusst ein Gegengewicht zu Hass und Hetze im Netz setzen. Unser Ziel ist es, das Internet dafür zu nutzen, um gemeinsam für Chancengleichheit, ein respektvolles Miteinander sowie soziale und ökonomische Fairness zu kämpfen. Wir setzen auf digitale Technologien, um unsere Kräfte zu bündeln und gemeinsam die Themen, die vielen von uns am Herzen liegen in die Öffentlichkeit und auf die politische Agenda zu bringen.  

Weitere Infos zu unseren Kampagnen gegen Hass im Netz: www.aufstehn.at/gegen-hass-im-netz

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Tags:Hass im Netz, Zivilcourage

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